Haaruitval of kaalheid stopt met aminexil van Kerastase

Haarwuchsmittel helfen nicht, nur Aminexil zeigt Wirkung
Kahlheit ist ein lukratives Geschäft. In den Niederlanden sind alle möglichen Produkte im Handel. Und wenn man den Verpackungen und Beipackzetteln Glauben schenken soll, gehört Kahlheit der Vergangenheit an. Viele Niederländer sind aber Zeugen dafür, dass die meisten Mittel nicht helfen. Drei Millionen Menschen in den Niederlanden leiden unter Kahlheit. Und nicht nur Männer sind hiervon betroffen. Ganze vierzig Prozent der niederländischen Frauen leidet an starkem Haarausfall, und die Industrie nutzt dies geschickt. In Drogerien und Apotheken, bei Friseuren und natürlich auch im Internet wird eine Vielfalt von Produkten zum Kauf angeboten.

Ids Boersma ist als Dermatologe im Albert-Schweizer-Krankenhaus in Dordrecht tätig. Er erläutert, dass es viele Arten von Kahlheit gibt. Die beiden bekanntesten sind die '"Alopecia Areata" und die "Alopecia Androgenetica". Letztere wird auch "männliche Kahlheit" genannt, da sie durch das männliche Hormon Testosteron verursacht wird, das in Dihydrotestosteron verwandelt wird. Da Frauen über weniger Testosteron verfügen als Männer, leiden Frauen weniger häufig unter dieser Art der Kahlheit.

Boersma zufolge verliert man täglich normalerweise 100 Haare. Ein Haar wächst durchschnittlich vier Jahre, es sei denn, es liegt ein erblich bedingtes Übermaß des Hormons Dihydrotestosteron vor. In diesem Fall wird das Haarwachstum beschleunigt. Ein Haarfollikel kann maximal 25 Mal ein Haar produzieren bevor es abstirbt. Wächst das Haar die normalerweise erforderlichen vier Jahre, ist alles in Ordnung; wächst das Haar aber zu schnell, droht Kahlheit schon im Alter von zwanzig Jahren.

Bei Männern sammelt sich Testosteron am Haarwirbel und an den Schläfen. An diesen Stellen werden sie auch zuerst kahl. Frauen dahingegen werden allmählich auf der ganzen Oberseite des Kopfes kahl.

Es gibt viele Märchen über die Ursachen von Kahlheit. Laut diesen Fabeln droht Kahlheit, wenn man häufig eine Mütze oder ein Kopftuch trägt oder beim Schlafen den Kopf zu häufig dreht; wenn man sein Haar färbt, dauerwellt oder zu kräftig bürstet. "Alles Unsinn", sagt Boersma. Laut dem Dermatologen kann das Haar zwar spröde werden und abbrechen, aber danach wächst es wieder nach. Auch die Verwendung eines "falschen" Shampoos als Ursache für Haarausfall wird von ihm entkräftet. Ein vorübergehender Haarausfall infolge einer allergischen Reaktion ist aber möglich. Auch falsche Ernährung kann in seltenen Fällen Kahlheit verursachen, wie z.B. bei Eisenmangel.

Schwangere haben häufig üppiges Haar, Während einer Schwangerschaft steigt nämlich der Östrogenspiegel (weibliches Hormon), wodurch das männliche Hormon Testosteron weniger Wirkung zeigt. Frauen, die sich in der Menopause befinden, weisen dahingegen mehr männliche Hormone auf, und ihr Risiko, kahl zu werden, ist größer.

Der Dermatologe Boersma betont, dass seiner Meinung nach nur drei wirksame Medikamente am Markt erhältlich sind. "Wenn Sie mir 1000 Mittel geben, werfe ich 997 weg," so Boersma, der ausschließlich Medikamente vorschreibt, deren Wirkung wissenschaftlich bewiesen ist. Das heißt, dass es sich bei allen Shampoos, Lotionen, Elixieren, Kapseln und speziellen Schädelölen um Marketingtricks handelt. Und die damit verbundenen Kosten können Hunderte Euro betragen. Nach Ansicht des Dermatologen stärken solche Mittel das Haar höchstens oder halten Feuchtigkeit fest, wodurch das Haar mehr Volumen bekommt.

Die Tatsache, dass so viele Produkte zum Kauf angeboten werden, hängt Boersma zufolge mit der Verzweiflung kahl werdender Menschen zusammen, die alles dafür tun würden, um ihr Haar zurückzubekommen.

Nach Meinung Boersmas gibt es drei wirksame Medikamente. Diese Medikamente enthalten den Wirkstoff "Minoxidil" bzw. "Aminexil". Bei dem dritten Medikament handelt es sich um das Mittel Finasteride oder Propecia, das in den Niederlanden aber noch nicht offiziell erhältlich ist. Alternativen für den Gebrauch dieser Medikamente sind das Tragen einer Perücke oder die Durchführung einer Haartransplantation. Diese Methoden sind allerdings mit hohen Kosten verbunden, und häufig wird anschließend doch noch der Gebrauch von Medikamenten empfohlen, da das transplantierte Haar sonst zu schnell auswachsen würde.

 

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