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Haarwuchsmittel helfen nicht, nur Aminexil zeigt Wirkung Ids Boersma ist als Dermatologe im Albert-Schweizer-Krankenhaus in Dordrecht tätig. Er erläutert, dass es viele Arten von Kahlheit gibt. Die beiden bekanntesten sind die '"Alopecia Areata" und die "Alopecia Androgenetica". Letztere wird auch "männliche Kahlheit" genannt, da sie durch das männliche Hormon Testosteron verursacht wird, das in Dihydrotestosteron verwandelt wird. Da Frauen über weniger Testosteron verfügen als Männer, leiden Frauen weniger häufig unter dieser Art der Kahlheit. Boersma zufolge verliert man täglich normalerweise 100 Haare. Ein Haar wächst durchschnittlich vier Jahre, es sei denn, es liegt ein erblich bedingtes Übermaß des Hormons Dihydrotestosteron vor. In diesem Fall wird das Haarwachstum beschleunigt. Ein Haarfollikel kann maximal 25 Mal ein Haar produzieren bevor es abstirbt. Wächst das Haar die normalerweise erforderlichen vier Jahre, ist alles in Ordnung; wächst das Haar aber zu schnell, droht Kahlheit schon im Alter von zwanzig Jahren. Bei Männern sammelt sich Testosteron am Haarwirbel und an den Schläfen. An diesen Stellen werden sie auch zuerst kahl. Frauen dahingegen werden allmählich auf der ganzen Oberseite des Kopfes kahl. Es gibt viele Märchen über die Ursachen von Kahlheit. Laut diesen Fabeln droht Kahlheit, wenn man häufig eine Mütze oder ein Kopftuch trägt oder beim Schlafen den Kopf zu häufig dreht; wenn man sein Haar färbt, dauerwellt oder zu kräftig bürstet. "Alles Unsinn", sagt Boersma. Laut dem Dermatologen kann das Haar zwar spröde werden und abbrechen, aber danach wächst es wieder nach. Auch die Verwendung eines "falschen" Shampoos als Ursache für Haarausfall wird von ihm entkräftet. Ein vorübergehender Haarausfall infolge einer allergischen Reaktion ist aber möglich. Auch falsche Ernährung kann in seltenen Fällen Kahlheit verursachen, wie z.B. bei Eisenmangel. Schwangere haben häufig üppiges Haar, Während einer Schwangerschaft steigt nämlich der Östrogenspiegel (weibliches Hormon), wodurch das männliche Hormon Testosteron weniger Wirkung zeigt. Frauen, die sich in der Menopause befinden, weisen dahingegen mehr männliche Hormone auf, und ihr Risiko, kahl zu werden, ist größer. Der Dermatologe Boersma betont, dass seiner
Meinung nach nur drei wirksame Medikamente am Markt erhältlich
sind. "Wenn Sie mir 1000 Mittel geben, werfe ich 997
weg," so Boersma, der ausschließlich Medikamente
vorschreibt, deren Wirkung wissenschaftlich bewiesen ist.
Das heißt, dass es sich bei allen Shampoos, Lotionen,
Elixieren, Kapseln und speziellen Schädelölen um
Marketingtricks handelt. Und die damit verbundenen Kosten
können Hunderte Euro betragen. Nach Ansicht des Dermatologen
stärken solche Mittel das Haar höchstens oder halten
Feuchtigkeit fest, wodurch das Haar mehr Volumen bekommt.
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